Goldwaschen in Kolumbien
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Ein Bericht von Markus Soja

 Der steile Natursteinweg führte uns bereits an zahlreichen Minen- und Stolleneingängen vorbei. Immer wieder kamen uns mit Material beladene Kolonnen Mulis entgegen. Denn ab hier können auf Grund der beengten Wegverhältnisse keine schweren Lastkraftwagen mehr eingesetzt werden. In den Minen wurde mächtig gearbeitet. Ebenfalls konnten wir beobachten, dass über eine Seilbahn das in den Minen benötigte Material aus dem Tal direkt in die im obersten Teil des Berges gelegenen Minen befördert wurde. An einem weiteren Stolleneingang machten wir Halt, um die Arbeiten mit Hilfe der dort vorhandenen Maschinen zu beobachten. Freundlich wurden wir von den dortigen Mitarbeitern begrüßt und über die Tätigkeiten informiert. Nun bekamen wir die für Kolumbien wohl sehr seltene Gelegenheit den über 800 Meter vorangetriebenen Stollen zu besichtigen. Denn es ist hier nicht Selbstverständlich, dass Minen besichtigt werden können. Bei der Besichtigung wurde uns unter anderem erklärt, dass in den gesamten Minen von Marmato neben Platin, Gold, Silber und Uran auch Kohle und Kobald gefördert wird. Der Großteil des hier gewonnen Materials wird an die Edelmetallscheideanstalten nach medellin verkauft. Allerdings würde auch direkt in den hier in Marmato vorhandenen Juwelierwerkstätten eine direkte Schmuckherstellung betrieben. Bereits seit etwa 100 Jahren wird hier der Bergbau nach den begehrten Metallen betrieben.
Auch wir wurden hier fündig! Neben einigen Bohrproben, die am Wegrand lagen, fanden wir hier Silber und goldhaltiges Gestein. Leider ist auch dieser Tag wieder viel zu schnell vergangen! Vom obersten Drittel der Minen, die am Berghang von Marmato gelegen sind, begann nun unser Weg ins Tal. Dabei konnten wir den wunderbaren Ausblick über die weiteren Berge genießen und das wechselnde Spiel des blauen Himmel, des Sonnelichts und der vorbeiziehenden Wolken. Eine Konzentriertheit von Minen in dieser Form hatte ich zuvor niemals gesehen. Der in Marmato verbrachte Tag war wirklich sehr beeindruckend und nachhaltig für mich persönlich gewesen. Auch hier im Tal angelangt begegnete uns wieder eine Kolonne von Mulis, die mit Holzstempeln beladen waren. Ein sehr deutliches Zeichen dafür, dass trotz des Einsatzes der modernen Technik auch heute immer noch nicht auf die Arbeitskraft der Pferde verzichtet werden, so wie es vor vielen Jahren auch in Deutschland im Bergbau der Fall gewesen ist! Nun fuhren wir mit dem Jeep wieder über eine modern ausgebaute Straße zurück durch eine ebenfalls sehr beeindruckende Umgebung zu unseren Unterkünften.

Ein weiterer Tag in einer Mine in den Bergen
 
Für den heutigen Tag haben wir die Einladung eines in der Ortschaft ansässigen Mineneigners angenommen zur Besichtigung der Mine. Zunächst fuhren wir wieder mit dem Bus in eine benachbarte Ortschaft. In der Ortschaft angekommen führte uns der Weg ins Tal hinab. Der Weg war äußerst rutschig bedingt durch den vorausgegangenen starken Regen. Auch jetzt regnete es noch immer. Trotz des Regens konnten wir die hiesige wunderschöne tropische Vegetation mit all seiner Fülle und Herrlichkeit genießen. Hier fanden wir vorwiegend zahlreiche Kaffeepflanzen, Bananen- und Ananasstauden vor. Bereits hier hatten wir die Gelegenheit den verlassenen Stollen einer weiteren Mine zu erkunden, die nicht mehr betrieben wurde. Als wir nunmehr unser heutiges Ziel erreichten, bot sich für uns ein wunderbarer Anblick: Die Mine war von 2 plätschernden Gebirg sbächen umgeben. Bereits bei unserer Ankunft wurde gearbeitet und die Minenarbeiter waren bereits beim Goldaschen. Auch wir erhielten hier die Möglichkeit mit der hier sehr weit verbreiteten „Reisschüssel“ unser Glück zu versuchen. Bereits nach kurzer Zeit wurden in der Batea neben dem gold- und silberhaltigen Sand auch einige größere Nuggets sichtbar.

 
Das gold- und silberhaltige Gestein wurde direkt aus einem in den Berg vorgetriebenen Stollen abgebaut und aus einem weiteren Felsvorsprung entnommen. Dieses bedeutete eine große Arbeitserleichterung für die Arbeiter dieser Mine. Ebenfalls bestand in dieser Mine nicht die Einsturzgefahr, da hier kein Schacht vorhanden war.
 
Auch dieser Tag war ein wirklich sehr schöner und erlebnisreicher Tag, den wir inmitten der hier reichlich vorhandenen tropischen Vegetation und im Einklang mit der Natur verbringen konnten. Dennoch ist es sehr schade, dass in der dort vorhandenen Mine s ämtliche Golddnuggets, die ein Unikat der Natur darstellen, für immer zu Schmuck in der eigenen Goldschmiede des Mineneigners verarbeitet werden. Es ist also kein Wunder, dass Goldnuggets daher einen höheren Wert haben als Feingold. Denn nur etwa 3 % der weltweit gefundenen Nuggets bleiben erhalten.
 
 
 Zum Abschluss des Berichtes sei noch erwähnt: Kolumbien ist mindestens eine Reise wert! Allerdings besteht eine große Gefahr: Nämlich die Gefahr nach Kolumbien süchtig zu werden und eines Tages für immer nach Kolumbien zu wollen. Für mich persönlich sind die Kolumbianer sehr freundlich und ich konnte die Gastfreundschaft hier im Lande ausführlich genießen. Die Landschaften und die Regionen sind hier sehr beeindruckend: Kolumbien hat nahezu alles anzubieten vom Strandurlaub über interessante Städtetouren bis hin zu imposanten und mächtigen Berggruppen! Leider genießt unter anderem Kolumbien auch heute noch einen negativen Ruf, der weitgehend ungerechtfertigt ist und von den internationalen Medien verzerrt dargestellt wird. Allerdings sollte man selbstverständlich auch hier in Kolumbien bestimmte „Spielregeln“ beachten, wie in anderen lateinamerikanischen Ländern. Meiner persönlichen Meinung nach ist es auch sinnvoll, hier mit Einheimischen unterwegs zu sein. Denn Touristen werden immer gerne in Begleitung Einheimischer gesehen. Genau auf diese vernünftige Art und Weise lernt man Land und Leute kennen.

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